Urbanears Zinken im Test

Kopf­hö­rer sind ein aus­ge­spro­chen indi­vi­du­el­les The­ma, sind Ohren und Hör­ge­wohn­hei­ten doch von Nut­zer zu Nut­zer unter­schied­lich. Doch was macht einen guten Kopf­hö­rer aus? Der schwe­di­sche Her­stel­ler Urba­ne­ars ver­sucht mit sei­nem Zin­ken (nein, hat nichts mit Nasen zu tun) einen ech­ten All­roun­der an den Start zu brin­gen. Was die Hard­ware taugt, zeigt der Test.

Weni­ger ist mehr. Klingt reich­lich abge­dro­schen, ist aber für vie­le Her­stel­ler eine ent­schei­den­de Design-Maxi­me – so auch bei Urba­ne­ars. Der Her­stel­ler konn­te bereits mit sei­nem Ein­stei­ger­mo­dell namens Platt­an im Bereich der On-Ear Kopf­hö­rer für Auf­se­hen sor­gen. Ob den Schwe­den mit dem knapp 100 Euro teu­ren DJ-Kopf­hö­rer Zin­ken ein ähn­lich guter Wurf gelun­gen ist?

Schick, bunt, bequem

Das Design der Urba­ne­ars Zin­ken ist – wie für den Her­stel­ler typisch – extrem mini­ma­lis­tisch. Denn sowohl die Kopf­hö­rer, als auch das zuge­hö­ri­ge Kabel sind kom­plett in einer Far­be gehal­ten. Sie wir­ken dabei schlicht, aber zugleich auch auf­fäl­lig. Wie alle ande­ren Urba­ne­ars-Pro­duk­te auch, sind die Zin­ken in unzäh­li­gen Far­ben (16 an der Zahl) erhält­lich. Auf die­se Wei­se ist für jeden Geschmack etwas dabei und die Kopf­hö­rer über­zeu­gen in Punk­to Optik, ohne dabei durch auf­dring­li­che Bran­dings oder sons­ti­gen Schnick­schnack zu dick aufzutragen.

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Dank der metal­le­nen Stif­te las­sen sich die Kopf­hö­rer sta­bil zusammenklappen.

Zudem sind die Zin­ken sehr leicht und bestehen fast aus­schließ­lich aus Kunst­stoff. Sie wir­ken dabei aber kei­nes­wegs bil­lig, denn das Mate­ri­al ist sowohl um das Kopf­band, als auch um den bei­den Laut­spre­cher her­um gum­mi­ert. Das ver­leiht den Kopf­hö­rern eine hoch­wer­ti­ge Hap­tik. Ansons­ten wer­den neben zwei Metall­bü­geln, an denen sich die Kopf­hö­rer dre­hen und ein­klap­pen las­sen, noch Pols­te­run­gen aus mit Kunst­le­der über­zo­ge­nem Schaum­stoff verwendet.

Die­se Bau­tei­le Die Pols­te­run­gen sind dort ange­nehm und weich, wodurch sie einen guten Tra­ge­kom­fort über meh­re­re Stun­den ermög­li­chen. Neben der bereits erwähn­ten Dreh- und Ein­klapp­funk­ti­on sind die Head­pho­nes auch grö­ßen­ver­stell­bar und soll­ten damit auf jeden Kopf pas­sen. Durch den extrem guten Halt und die doch recht gro­ßen Hör­mu­scheln sor­gen die Zin­ken für eine exzel­len­te Außengeräusch-Isolation.

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Das Kabel der Zin­ken-Kopf­hö­rer ist spi­ral­för­mig aufgezogen.

Nun aber zum wah­ren Genie­streich, dem Kabel. Die­ses ist gum­mi­ert, besitzt eine klei­ne Kon­so­le zum anhal­ten oder über­sprin­gen von Songs und ist über wei­te Tei­le des Kabels spi­ral­för­mig ein­ge­dreht – so bleibt es (ganz DJ-Head­pho­ne) in der Kabel­län­ge fle­xi­bel. Prak­ti­scher Wei­se ver­fügt das Kabel noch über zwei ver­schie­de­ne Anschlüs­se. Es besitzt näm­lich an einem Ende die übli­che 3,5-mm-Klinke und am ande­ren Ende eine 6,3-mm-Klinke. War­um? Weil der Kopf­hö­rer auch für bei­de Anschlüs­se eine pas­sen­de Buch­se hat. Dadurch kann man ihn ohne Adap­ter oder läs­ti­ges Kabel­wech­seln für Ver­stär­ker und Misch­pul­te oder eben für den all­täg­li­chen Musik­ge­nuss verwenden.

Der Sound

Das viel­leicht wich­tigs­te Kri­te­ri­um für gute Kopf­hö­rer ist natür­lich der Sound. Und auch hier kön­nen die Zin­ken von Urba­ne­ars durch­aus über­zeu­gen. Natür­lich darf man bei einem Preis von 100 Euro nicht die klang­li­che Viel­falt eines High-End-Pro­dukts erwar­ten. Aber die Zin­ken kön­nen – wie die Vor­gän­ger­mo­del­le auch – mit einem sehr aus­ge­wo­ge­nen Klang­bild über­zeu­gen. Dabei fällt auf, dass der Fokus bei den Zin­ken auf dem Bass liegt.

Das gefällt mir sehr gut, da das ein Aspekt ist, der mir bei den „klei­ne­ren“ Platt­an-Kopf­hö­rern gefehlt hat. So kön­nen die Zin­ken näm­lich mit druck­vol­len Bäs­sen glän­zen. Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren bass­las­ti­gen Kopf­hö­rern kom­men dabei aber die Mit­ten und Höhen nicht zu kurz – sie wer­den wei­test­ge­hend prä­zi­se wie­der­ge­ge­ben. Ein­zi­ges Man­ko: Die Kopf­hö­rer wir­ken im Mit­tel­fre­quenz­be­reich etwas dumpf. Alles in allem kön­nen die Zin­ken aber wie bereits erwähnt mit einem sehr aus­ge­gli­che­nen Klang­bild überzeugen.

Tech­ni­sche Daten

Sound­prin­zip: 40mm Hand­ma­de Drivers

Fre­quenz­be­reich: 20Hz-20kHz

Impe­danz: 85 Ohm

Emp­find­lich­keit: 98dB

Maxi­ma­le Ein­gangs­leis­tung: 50mW

Anschluss: 3,5mm plug

Fazit

Die per­fek­ten Kopf­hö­rer sind die Zin­ken viel­leicht nicht – vor allem Casu­al-Musik­hö­rer, die nicht gera­de 400 Euro für High-End-Kopf­hö­rer aus­ge­ben wol­len, kom­men auf ihre Kos­ten. War­um? Weil Urba­ne­ars mit den Zin­ken das Erfolgs­re­zept des Vor­gän­ger­mo­dels per­fek­tio­niert hat – ein tol­les Design trifft auf einen aus­ge­wo­ge­nen Klang und ein ver­nünf­ti­ges Preis­ni­veau. Zudem haben die Zin­ken einen sehr hohen Tra­ge­kom­fort. Für rund 100 Euro also ein mehr als soli­des Gesamt­pa­ket! Wer also genug von mit­ge­lie­fer­ten Han­dy-In-Ears hat und dabei auch hip aus­se­hen will, kann mit den Urba­ne­ars Zin­ken nur wenig falsch machen. 

Kategorien Test

Noch sitzt er in der Schule und macht dieses Jahr sein Abitur in München. Privat ist er ein Serien-, Film- und Musikliebhaber, der nun versucht seine Begeisterung in Wort und Schrift zu fassen. Sportlich schlägt auch sein Herz für den FC Bayern.