Update-Tag: Apple veröffentlicht OS X 10.10.5, iTunes 12.2.2 und iOS 8.4.1

Seit dem Start von Apple Music am 30. Juni mehren sich die kritischen Stimmen zum Streaming-Dienst aus Cupertino. Überladene Navigation, wenig sinnvolles Connect-Feature, Mediatheken-Chaos dank iCloud Mediathek … Mit den nun ausgegeben Updates will Apple in erster Linie Apple Music fixen – und behebt gleichzeitig diverse Sicherheitslücken.

Yosemite wird fertig

Mit OS X 10.10.5 hat Apple gestern Abend das wahrscheinlich letzte Update für OS X Yosemite herausgebracht – es kann über den Updates-Tab der Mac-App-Store-App. Es behebt in erster Linie eine schwerwiegende Sicherheitslücke, durch die Anwendungen Root-Rechte erlangen konnten (DYLD_PRINT_TO_FILE-Exploit). Ein Blick in die Liste der sicherheitsrelevanten Bestandteile des Updates zeigt darüber hinaus, dass weitere Fehler behoben werden konnten – darunter Fehler im Kernel, in Apache, bei der Bluetooth-Implementierung oder in CloudKit.

Außerdem will Apple Kompatibilitätsprobleme bei der Verwendung von „bestimmten E-Mail-Servern“ behoben haben. Weitere Details nennt Apple indes nicht. Die Foto-App von OS X Yosemite verschluckt sich nun nicht mehr so häufig beim Importieren von GoPro-Videos – hier gab es vereinzelt Probleme. QuickTime – ja die App gibt es noch – spielt nun zuverlässiger WMV-Files ab. Schließlich wurden auch noch Fehler in Safari behoben, die unter anderem die Browser-History verwundbar machte.

OS X Server erhielt ebenfalls ein kleines Update: Version 4.1.5 fixt ein Denial-of-Service-Problem. Wer Yosemite nicht nutzen kann oder will und bis dato Mountain Lion oder Mavericks einsetzt, findet die sicherheitsrelevanten Bestandteile der Updates auch als Security Update 2015-006 für OS X 10.8 und OS X 10.9.

Apple kleistert weiter an Apple Music herum

Mit iTunes 12.2.2 und iOS 8.4.1 adressiert Apple primär seinen Ende Juni gestarteten Musik-Streaming-Dienst und die diversen Probleme und Zipperlein, die bei Apple Music bislang das Nutzungserlebnis stören.

So wurden zum einen allgemeine Performance-Probleme behoben, wodurch der Dienst nun stabiler läuft. Auch die Navigation funktioniert nach Apples Angeben nun stabiler – hier hatte ein Fehler in iTune dafür gesorgt, dass die Vor/ Zurück-Navigation nicht zuverlässig funktionierte. Bei den Wiedergabelisten hat Apple zudem an der Zuverlässigkeit der Darstellung von Playlists gearbeitet und auch die Sortierung der Künstler und Alben soll nun zuverlässiger ihren Dienst verrichten. In meiner Mediathek verbleiben allerdings auch nach dem Update und einer Resynchronisierung (Ablage > Mediathek > iCloud-Mediathek aktualisieren) die seit der Aktivierung von Apple Music auftauchenden Doppler bei Songs, fehlerhafte Cover oder falsch zugeordnete Lieder (Beispiel: hinzugefügt wurde „Wanted dead or alive“ von Bon Jovi, abgespielt wird aber eine Live-Version des selben Liedes).

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Das „Favorit“-Herzchen wird nun korrekt angezeigt.

Wer dagegen gerne Beats 1, Apples erste eigene Radiostation, hört, darf sich über etwas mehr Übersicht über das Programm des Sender freuen: Ein Klick auf des Sender-Banner öffnet nämlich mit iTunes 12.2.2 eine Übersicht über das aktuelle Programm, während die auch aus der iOS-Musik-App bekannte Liste der gefolgten Künstler in iTunes Einzug hält.

In der Musik-App behebt Apple mit iOS 8.4.1 ebenfalls einige Probleme mit Apple Music – beispielsweise ein ausgesprochen nerviges Problem mit der 24/7-Radiostation Beats 1, durch die man während des Radiohörens keine Favoriten-Herzchen vergeben konnte. Dies soll nun jederzeit möglich sein, solange keine DRM-Gründe dagegen sprechen. Auch die bisher häufig auftretenden Probleme bei der Aktivierung der iCloud-Mediathek sollen nun der Vergangenheit angehören – genauso wie die unzuverlässige Anzeige von lokaler, offline verfügbarer Musik, Playlisten und Coverbildern.

Ein Problem, das die meisten Nutzer von Apple Music nicht kennen dürften, wurde ebenfalls behoben: Künstler können nun ihre Connect-Kanäle in Apple Music auch vom Mac oder Windows-PC aus pflegen und bespielen – bislang funktionierte das ausschließlich über ein iOS-Gerät.

iTunes_12.2.2
Rechts werden mit iTunes 12.2.2 auch die kommenden Sendungen angezeigt – das erleichtert die Planung.

Fazit und Empfehlung

Nutzer sollten die Updates auf jeden Fall installieren – nicht nur der neuen Funktionen und Fehlerbehebungen wegen, sondern vor allem wegen der behobenen Sicherheitslücken in OS X und iOS. Gut ist auch, dass Apple die teilweise doch sehr deutliche Kritik an seinem jüngsten Service-Zugang Apple Music ernst zu nehmen scheint und nicht nur an der unter dem Dienst liegenden Infrastruktur arbeitet, sondern auch softwareseitig Dinge tut. Einige der Probleme, die ich bisher mit Apple Music hatte, konnten auch durch die Updates nicht behoben werden – die Organisation der Mediathek am Mac mit Doppeln und falschen Coverbilden ist noch immer akut. Dafür wirken sowohl iTunes 12.2.2, als auch die aktualisierte Musik-App von iOS 8.4.1 stabiler als ihre Vorgänger.

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Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er auf inhaltlicher Seite die Veranstaltungen der Computerwoche und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.