Frohe Weihnachten, und: Wagt mehr Miteinander!

Bevor es mit nach einem stressigen Advent zuende geht und die noch viel stressigeren Weihnachtstage anstehen, habe ich noch einen kleinen Weihnachtsgruß für euch.

Genauer gesagt eine kleine Geschichte aus dem Supermarkt, die mich beschäftigt hat. Beim Einkaufen in der Filiale des Discounters meines Vertrauens durfte ich gestern nämlich eine erstaunliche Szene beobachten, die mich ob ihrer simplen Absurdität nicht mehr loßläßt.

In der Schlange an der Kasse stehen zwei ältere Damen, die eine davon vor, die andere hinter mir. Offenbar kennen sich die beiden, da sie über mich hinweg am Quatschen waren. Da frage ich mit meinem randvollen Einkaufswagen die hinter mir stehende, nur mit einer handvoll Teilen anstehende Dame, ob Sie nicht einfach vorkommen möchte. Die paar Teile, geht ja schnell. Außerdem könnten die beiden dann auch viel entspannter ratschen. Beide lächeln. Und freuen sich über diese eigentlich so triviale, für mich fast schon normale Geste – gute Kinderstube und so. Fühlt sich nett und richtig an.

Aus dem Off blökt mich prompt ein anderer Kunde an, fragt was das soll. Ich drehe mich um, schaue den Typen mit einem ebenfalls ordentlich gefüllten Einkaufswagen an und frage Ihn, wo denn das Problem liege. Schließlich ändere sich seine Wartezeit durch meine Höflichkeit ja nicht. Ihm fiel für sein Geblöke dann auch kein wirklich guter Grund ein. Außer eine abfälligen Handbewegung und genervtem Grunzen gab es keine weiteren Wiederworte mehr. Ich denke mir: Wie unzufrieden muss man mit sich selbst sein, dass man zwei Omas keine fünf Minuten Smalltalk an der Supermarktkasse mehr vergönnt oder einem anderen Kunden keine kleine, nette Geste mehr zugesteht?

Mehr Miteinander wagen

Auch wenn das Ganze trivial rüberkommt und ich selbstverständlich nicht weiß, ob der Herr nicht einfach nur einen schlechten Tag hatte: Ich hoffe, dass nach diesem bewegten Jahr die Menschen wieder (teilweise auch neu) lernen, sich füreinander zu freuen, besser aufeinander Acht zu geben und schließlich einander auch zuzuhören – vor allem in diesen „postfaktischen“ Zeiten. Einen meiner guten Vorsätze für das neue Jahr bringt übrigens dieser Aphorismus schön rüber:

„Lebensklugheit bedeutet: Alle Dinge möglichst wichtig, aber keines völlig ernst zu nehmen.“ – Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, Wien, Phaidon-Verlag, 1927

In diesem Sinne wünsche euch allen friedliche und freudige Weihnachten, ein paar schöne Tage mit euren Lieben und natürlich viele, viele Geschenke! 

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Kategorien In eigener Sache

Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er auf inhaltlicher Seite die Veranstaltungen der Computerwoche und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.