Elgato Thunderbolt 2 Dock im Test

Alles, was man sich an Peri­phe­rie so vor­stel­len kann über eine ein­zi­ge Schnitt­stel­le ver­bin­den. Klingt toll? Ist es auch. Wir haben den Thun­der­bolt 2 Dock von Elga­to im Test!

Der durch­schnitt­li­che Nut­zer-Schreib­tisch dürf­te wohl so aus­se­hen: Rech­ner, Moni­tor, Maus, Key­board, Laut­spre­cher, Dru­cker, Back­up-HDD, USB-Hub, Lade­ka­bel für iPho­nes und iPads – Kabel­cha­os. Seit eini­ger Zeit schon setzt Apple bei sei­nen mobi­len und sta­tio­nä­ren Macs neben USB auf Intels Thun­der­bolt I/O als schnells­te Schnitt­stel­le für Peripheriegeräte.

Schon bald waren ers­te Hubs und Docks erhält­lich, die aus einer Thun­der­bolt-Schnitt­stel­le ein kom­plet­tes Büro machen und den Kabel­sa­lat been­den konn­ten: die Matrox DS1, das Bel­kin Thun­der­bolt-Dock und zuletzt auch eine Lösung von Elga­to. Mit dem vor Kur­zem ange­kün­dig­ten Thun­der­bolt 2 Dock steht nun der Nach­fol­ger in den Läden – und auf mei­nem Schreib­tisch zum Test!

Strippenzieher

Nach dem Aus­pa­cken des etwa 230 Euro teu­ren Elga­to Thun­der­bolt 2 Dock lie­gen neben dem soli­de gefer­tig­ten Alu-Käst­chen ein Netz­teil und ein mit 50 Zen­ti­me­tern sehr, sehr kur­zes Thun­der­bolt-Anschluß­ka­bel auf dem Tisch. Immer­hin: Im Ver­gleich zum Vor­gän­ger hat sich Elga­to sei­ner Kun­den erbarmt und über­haupt ein Kabel bei­ge­legt. Wer aller­dings das Dock nicht direkt neben sei­nem Mac­book, son­dern viel­leicht am ande­ren Ende des Schreib­tischs ste­hen haben möch­te, soll­te gleich an ein aus­rei­chend lan­ges Anschluss­ka­bel denken.

Das Thunderbolt 2 Dock von hinten.
Die Rück­an­sicht offen­bart eine gro­ße Viel­falt an Schnittstellen.

Nach wie vor nimmt der Thun­der­bolt-Dock von Elga­to es mit nahe­zu allem auf, was die Peri­phe­rie-Indus­trie her­gibt. Die Kis­te ver­fügt dabei über eine Giga­bit-Ether­net-Schnitt­stel­le, drei USB-3.0-Ports (davon einer an der Vor­der­sei­te), 2 Thun­der­bolt-2-Buch­sen, eine HDMI-Schnitt­stel­le (4.1) mit der Fähig­keit einen 4k-taug­li­chen Moni­tor anzu­spre­chen und einem Anschluss für das bei­lie­gen­de Netzteil.

Zudem ver­fügt das Dock an der Vor­der­sei­te über je einen 3,5mm-Klinkenport als Ein­gang für Mikro­fo­ne und als Aus­gang für Kopf­hö­rer oder ande­re Audio­ge­rä­te. Mit die­ser Kom­bi­na­ti­on an Ports lässt sich also so ziem­lich jeder Kabel­sa­lat im Nu auf­lö­sen. Im Mit­tel­punkt mei­nes Test­sze­na­ri­os stand ein Mac­book Pro Reti­na, an das über Thun­der­bolt eine USB-3.0-HDD, ein nor­ma­ler 21,5-Zoll gro­ßer Sam­sung-Screen sowie ein han­dels­üb­li­ches USB-2.0-Hub ange­schlos­sen wer­den sollten.

Über die Giga­bit-Ether­net-Buch­se bezieht das Test-Mac­book zudem kabel­ge­bun­den sei­ne Inter­net­ver­bin­dung. Wie erwar­tet erwach­ten sowohl die Back­up-HDD, als auch der Moni­tor etwa 2 Sekun­den nach dem Ver­bin­den des Docks mit dem Mac­book aus ihrem jewei­li­gen Stand­by-Modus und waren sofort betriebs­be­reit – prima!

Tech­ni­sche Daten im Überblick

Anschlüsse

  • 2x Thun­der­bolt™ 2 (20 Gb/s, bi-direk­tio­na­ler Eingang/Ausgang)
  • 1x HDMI 1.4b Aus­gang (bis zu 4096 x 2160 Pixel, HDCP-konform)
  • 1x RJ45 10/100/1000BASE-T Giga­bit Ethernet
  • 3x USB 3.0 (5 Gb/s, 1,5AUSB Bat­te­ry Char­ging 1.2, UASP-konform)
  • 1x 3,5 mm Audio-Aus­gang (ver­stärk­tes ana­lo­ges Stereosignal)
  • 1x 3,5 mm Mikro­fon-Ein­gang (Mono)
  • 1x Strom­an­schluss (DC 12V 5A)

Bildschirmkonfigurationen

  • HDMI-Aus­gang mit bis zu 4096 x 2160 Pixel bei 24 Hz, 3840 x 2160 Pixel bei 30 Hz, und 2560 x 1600 Pixel bei 60 Hz.
  • Kon­fi­gu­ra­tio­nen mit zwei Bild­schir­men sind bei Nut­zung von einem über HDMI und einem über Thun­der­bolt™ oder Thun­der­bolt™ 2 ange­schlos­se­nen Moni­tor möglich.
  • Aus­ga­be­for­ma­te und Bild­wie­der­hol­fre­quen­zen kön­nen je nach tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen des ange­schlos­se­nen Com­pu­ters abweichen.

Maße & Gewicht

  • Maße: 20 x 8,9 x 2,9 cm
  • Gewicht: 285 g

Cleveres Applet

Um auch das Abmel­den von Hard­ware zu erleich­tern (im Ernst: wer will schon ein 230 Euro teu­res Dock kau­fen, bei dem man dann Peri­phe­rie­ge­rä­te jedes Mal hän­disch abste­cken muss?), lie­fert Elga­to auch für das Thun­der­bolt 2 Dock ein klei­nes Menü­leis­ten-App­let mit, das per Maus­klick sämt­li­che Ver­bin­dun­gen des Rech­ners mit ange­schlos­se­nen Gerä­ten beendet.

Zudem bringt die Benut­zung des App­lets noch einen wei­te­ren Vor­teil mit sich: Ist das klei­ne Tool aktiv, wird der High-Power-USB-Modus akti­viert. So las­sen sich über das Dock auch ener­gie­hung­ri­ge­re End­ge­rä­te wie bei­spiels­wei­se iPads auf­la­den oder exter­ne HDD’s und opti­sche Lauf­wer­ke betrei­ben. Das gilt auch für den in mei­nem Test­sze­na­rio ver­wen­de­ten USB-Hub, der noch mit am Thun­der­bolt 2 Dock hängt.

Das Thunderbolt 2 Dock von vorne.
Die Ver­ar­bei­tung ist aus­ge­spro­chen hochwertig.

Über die­se Ver­bin­dung konn­ten mei­ne kabel­ge­bun­de­ne Maus und Tas­ta­tur, sowie ein Stan­dard-USB-Dru­cker ange­spro­chen wer­den. Es ist also durch­aus mög­lich, an das Thun­der­bolt 2 Dock noch einen zusätz­li­chen Ver­tei­ler für wei­te­re Peri­phe­rie­ge­rä­te anzu­schlies­sen – hier ist aller­dings zu beach­ten, dass für ener­gie­hung­ri­ge­re Gerä­te ein akti­ver Hub mit eige­ner Strom­ver­sor­gung nötig sein kann.

Das Sah­ne­stück am neu­en Thun­der­bolt 2 Dock dürf­te aber ein ande­res sein: Im Gegen­satz zum Vor­gän­ger unter­stützt die Zwei­te Gene­ra­ti­on von Elga­tos Thun­der­bolt-Dock nun auch 4k-Dis­plays in vol­ler Auf­lö­sung – gera­de für Anwen­der im Bereich Foto­gra­fie, Gra­fik oder Video-Editing eine will­kom­me­ne neue Funk­ti­on. Zudem sind die ver­bau­ten USB-Schnitt­stel­len boot­bar und die Thun­der­bolt-2-Ports in der Lage, via Ket­ten­schal­tung auch meh­re­re Thun­der­bolt-Gerä­te hin­ter­ein­an­der zu schal­ten (wie vie­le, ver­rät Apple in die­sem Sup­port-Doku­ment)

Hilfs­pro­gramm für Thun­der­bolt 2 Dock
Laden Sie hier das Elga­to Thun­der­bolt Dock Dienst­pro­gramm inkl. Unter­stüt­zung für High-PowerUSB: Download
Elgato App
Das App­let kommt reich­lich unauf­fäl­lig und ohne gro­ße Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten daher – dafür tut es genau das, was es soll: Ver­bun­de­ne Gerä­te auswerfen.

 

Einschätzung zum Thunderbolt 2 Dock

Die zwei­te Gene­ra­ti­on von Elga­tos Thun­der­bolt-Dock weiß zu über­zeu­gen. War­um? Ganz ein­fach: Der Her­stel­ler ver­bes­sert sein ohne­hin schon sehr gut aus­ge­stat­te­tes Thun­der­bolt-Dock um eine ger­ne genom­me­ne Unter­stüt­zung von 4k-Dis­plays und legt end­lich auch ein Thun­der­bolt-Kabel bei (das zwar sehr kurz ist, poten­ti­el­le Käu­fer aber gleich zum los­le­gen befä­higt). Wer also über einen Thun­der­bolt-fähi­gen Mac ver­fügt, die 230 Euro übrig und ger­ne einen auf­ge­räum­ten Schreib­tisch vor sich hat, darf beden­ken­los zugrei­fen – ein­mal im Ein­satz möch­te ich die klei­ne Kis­te an mei­nem Arbeits­platz jeden­falls nicht mehr missen.

Kategorien Test

Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er auf inhaltlicher Seite die Veranstaltungen der Computerwoche und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.