Bericht: Beats-basierter Streamingdienst nimmt Form an

Einem neuen Bericht des US-Blogs 9to5Mac zufolge, soll der Start des schon länger erwarteten neuartigen Musikdienstes von Apple bevorstehen.

Zur Erinnerung: Apple hatte im vergangenen Jahr Beats Electronics (bekannt für seine hochpreisigen Kopfhörer) nebst des ebenfalls zur Beats-Familie gehörenden Streamingdienstes Beats Music für etwa 3 Milliarden US-Dollar gekauft. Seitdem gehören die beiden Firmengründer Dr. Dre und der für seine guten Kontakte in die Musikbranche bekannte Jimmy Iovine zum Apple-Führungsteam (ohne, dass sich das bisher auf Apples „Leadership“-Page ausgewirkt hätte).

Nun berichtet also Mark Gurman, dass der bei Apple entwickelte und auf Beats-Music-Technologie aufsetzende neue Musikdienst (dessen Name noch nicht feststeht) integraler Bestandteil von iOS 9 sein werde. Gurman beruft sich dabei (wie fast immer) auf „sources within Apple“ und auch auf Kontakte in der Musikindustrie. Der neue Dienst soll tief in OS X  und iTunes verankert werden und fester Bestandteil der Musik-App von iPhone und iPad werden. Auch auf dem AppleTV werde der Streaming-Dienst Einzug halten.

„Based heavily upon cloud streaming, Apple’s new service is centered around the user’s music library. A new search feature will be able to locate any song in the iTunes/Beats catalog, and users will be able to stream music from the catalog as well as add songs to their personal libraries. Users will be able to select specific tracks to store on their iOS devices and/or computers, or keep all songs solely in the cloud. Apple will also deeply integrate Beats Music’s Playlists, Activities, and Mixes features into the new service.“

Beats-Family
Jimmy Iovine, Apple-CEO Tim Cook, Musiklegende Dr. Dre und Eddy Cue (v.l.n.r.)

Als besonders erwähnenswertes Detail des Berichts erscheint die Tatsache, dass Apple mit dem neuen Beats-Service sein eigenes Software-Ökosystem verlassen soll und eine entsprechende App für Android geplant sei. War ein solcher Schritt in Steve Jobs Apple nicht denkbar, ist ein solcher Schritt für den Pragmatiker Cook durchaus vorstellbar. Auf der D11 2013 sagte Cook im Gespräch mit den Journalisten Walt Mossberg und Kara Swisher: “Apple has no religious issue porting an iOS app to Android if it makes sense.” Der Fall, wo ein Port Sinn machen könnte, scheint wohl nun gekommen.

Weniger Sinn macht es da schon, den neuen Dienst – wie Gurman berichtet – mit bestehenden Produkten wie iTunes Match oder iTunes Radio überlappen zu lassen: „Apple plans to retain its iTunes Match, iTunes Radio, and iTunes Store services as-is, even though the new paid streaming service will overlap some functions of earlier iTunes offerings.“ Hier wäre Verwirrung seitens der zahlenden Kundschaft vorprogrammiert, haben doch Apps und Dienste Apples mit Musik-Bezug „iTunes“ im Namen. Eine solche Inkonsistenz wirkt zumindest auf den ersten Blick eher unwahrscheinlich.

Und auch beim vermeintlichen Startdatum gibt es Klärungsbedarf: Dem Bericht zufolge habe sich der ursprüngliche Projektplan mit einem vorgesehen Go-Live im kommenden März aufgrund von Unklarheiten bei der Ausrichtung des Projekts und beim verantwortlichen Personal nach hinten verschoben. Demnach könne von einem Release im Juni (Hello, WWDC!) ausgegangen werden. Preislich bewegen sich die kolportierten Abo-Gebühren bei 7,99 US-Dollar und liegen damit ein Stück unter den bisherigen Kosten für ein Abo von Beats-Music.

Wie realistisch diese Einschätzung ist, lässt sich derzeit allerdings kaum verifizieren. Wie bei den anhaltenden Gerüchten um den Launch eines schlankeren Macbook Air mit 12-Inch-Display werden wir also auf Details noch eine Weile warten müssen. Spannend sind die im Bericht genannten Informationen aber allemal.

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Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er auf inhaltlicher Seite die Veranstaltungen der Computerwoche und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.