Augmented Reality für Maps? Apple kauft Metaio

Zunächst war es verdächtig still geworden um den Münchner Augmented-Reality-Pionier Metaio. Erst wurde über den Support vermeldet, man werden den weiteren Vertrieb seiner Softwares-Lösungen einstellen, dann verschwanden die Social-Media-Auftritte. Im Grunde gab es für dieses Vorgehen nur zwei Erklärungen: Bankrott oder Übernahme. Wegen der nahen Google I/O schossen schnell Spekulationen ins Kraut, Google könnte der finanzstarke Käufer sein. Am Ende war es aber ein anderer alter Bekannter …

Quelle: Screenshot von der Metaio-Support-Seite
Quelle: Screenshot von der Metaio-Support-Seite

Mit diesem Tweet hier endeten nämlich schnell alle Spekulationen rund um die Zukunft des Münchner Stasrtups Metaio, das bereits 2003 aus einem Projekt bei Volkswagen hervorgegangen ist:

 

Apple hat demzufolge Metaio gekauft. Gegenüber der US-Website TechCrunch gibt sich Apple – wie immer in diesen Dingen – schmallippig und lapidar: “Apple buys smaller technology companies from time to time, and we generally do not discuss our purpose or plans.” Doch auch wenn Apple selbst sich nicht zur Akquisition äußern will: Die Vermutung, dass Apple damit seine eigene Karten-Applikation aufwerten und verbessern wolle, liegt relativ nahe. Das Blog 9to5Mac berichtet beispielsweise darüber, dass Maps mit iOS9 eine deutliche Aufwertung erhalten solle – unter anderem mit AR-Aspekten.

Mit der Technologie von Metaio hat beispielsweise für das schwedische Möbelhaus Ikea eine AR-Version des Kataloges gebaut, die potentielle neue Möbelstücke zur Voransicht ins eigene Wohnzimmer bekamen konnte. So sollte es besser möglich sein, sich die Einrichtung auch live in den eigenen vier Wänden vorzustellen. Und auch für die Edelkarossenschmiede Ferrari war Metaio tätig:

Die Computerwoche berichtet zudem darüber, dass die Übernahme (und spezielle die Teilbereiche der Übernahme) schon länger vorbereitet wurden: „Einige ältere Einträge im Münchner Handelsregister zeigen überdies, dass zwischen März und Mai 2015 kurzfristig zwei weitere Metaio-Ableger existierten, von denen eine – die Metaio IP GmbH & Co KG – offenbar nur den erklärten Zweck hatte, mit geistigem Eigentum (Intellectual Property) zu handeln. Apple könnte also im Wesentlichen nur die Technologie von Metaio erworben haben. Bislang ist noch völlig unklar, was der Verkauf für die Münchner Mitarbeiter von Metaio – ihre Büros liegen quasi im „Hinterhof“ der Apple-Deutschlandzentrale im Renaissance-Haus in der Arnulfstraße – und die Entwicklergemeinde speziell auf anderen Plattformen als Apple bedeutet.“

Auch wenn die Motive hinter dem Zukauf von Metaio zunächst unklar erscheinen: Die WWDC dürfte erste Hinweise darüber geben, in welche Richtung sich Apples Augmented-Reality-Bemühungen entwickeln werden. Die Konkurrenz – Google mit GoogleNow, Facebook mit Oculus Rift oder Microsoft mit HoloLens – schlafen kein bisschen!

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Nach einem Studium der Geschichtswissenschaften in München landete er zunächst bei der Gamepro, dann als Volontär bei der Macwelt. Inzwischen betreut er auf inhaltlicher Seite die Veranstaltungen der Computerwoche und sorgt dafür, dass die zugehörigen Websites laufen. Privat bloggt er auf Adams Apfel, sportlich gehört sein Herz nur dem FC Bayern.